ÖFB vs Argentinien: Rangnicks Plan gegen Messi bei WM 2026 | finanz360
Österreich trifft bei WM auf Weltmeister Argentinien – Rangnick setzt auf Teamstärke gegen Messi
Santa Barbara, 22 Juni 2026
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Kurzfassung
Österreichs Fußball-Nationalmannschaft trifft am Montag um 19:00 Uhr MESZ in Dallas auf den dreifachen Weltmeister Argentinien. Trainer Ralf Rangnick setzt im Duell mit Lionel Messi auf Teamgeist, ballorientierte Verteidigung und die Leistung seiner gesamten Mannschaft.
Santa Barbara, 22 Juni 2026
Die österreichische Fußball-Nationalmannschaft bestreitet am Montag um 19:00 Uhr MESZ im AT&T Stadium in Arlington bei Dallas ihr zweites Gruppenspiel bei der WM 2026 gegen den dreifachen Weltmeister Argentinien.
Die Ausgangslage ist klar: Argentinien geht als Titelverteidiger und nach einem 3:0-Auftaktsieg gegen Algerien mit breiter Brust in die Partie, während Österreich nach dem 3:1 gegen Jordanien auf Platz drei liegende Auftaktpartie bereits drei Punkte auf dem Konto hat. „Wir spielen against all odds“, sagte ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick, der mit seiner Mannschaft als klarer Außenseiter in das Duell geht. Bei den Wettanbietern liegt Österreichs Siegquote ungefähr bei 6,5. Das bedeutet: Wer zehn Euro setzt und richtig liegt, erhält 65 Euro zurück.
Rangnick sieht sein Team trotzdem nicht chancenlos. „Trotzdem halte ich es für möglich, dass wir für eine Überraschung sorgen. Das wäre schon ein Unentschieden oder natürlich auch ein Sieg“, äußerte der 67-Jährige. Für eine Überraschung brauche es vielleicht sogar „die beste Leistung, die wir in meiner Amtszeit bisher gezeigt haben“. „Weil jeder davon ausgeht und der Algorithmus, dass wir das Spiel höchstwahrscheinlich nicht gewinnen“, begründete Rangnick die Rolle des Außenseiters, „müssen wir zeigen, dass wir eine der besten Teams, eine der besten Mannschaften sind bei dieser WM.“
Messi als Schlüsselfigur – Lob und taktische Analyse
Der Fokus der taktischen Vorbereitung liegt auf Lionel Messi, den Rangnick in den höchsten Tönen lobte: „Sie haben den Besten, den es jemals gegeben hat, in ihren Reihen“, sagte Rangnick über den achtmaligen Weltfußballer des Jahres. Der Argentinier sei „absolut phänomenal“ und habe „im ersten Spiel den Unterschied gemacht, aber das Team ist auf jeder Position herausragend besetzt. Im Prinzip könnten sie mit zwei, zweieinhalb oder drei Mannschaften spielen.“ Messi selbst pausierte auch nach seinem Dreierpack gegen Algerien nicht, sondern war bei der ersten Einheit im Trainingszentrum vor den Toren von Kansas City auf dem Platz. Der bald 39-Jährige steht vor seinem 17. WM-Tor und würde damit im Falle eines Treffers den deutschen Rekordweltmeister Miroslav Klose als alleinigen WM-Rekordtorschützen überholen. In seiner Karriere hat Messi bereits mehr als 900 Tore erzielt, mittlerweile spielt er für Inter Miami in den USA und stammt aus Rosario.
Gleichzeitig analysierte Rangnick eine taktische Schwäche des Superstars: Messi laufe „vielleicht nicht ganz so viel wie früher und bleibt vielleicht auch gern einmal am Flügel vorne stehen oder im Abseits. Dadurch haben sie einen Spieler weniger im Gegenpressing, aber das macht ihn auf der anderen Seite auch gefährlich, weil er zunächst in einem unbewachten Raum parkt“. Dieses Verhalten mache Messi „gefährlich, weil er dann oftmals auch in einem zunächst mal vielleicht unbewachten Bereich freisteht oder parkt“, erklärte Rangnick. Auch ÖFB-Co-Trainer und -Analyst Stefan Oesen sagte, ein Manndecken gegen Messi sei „nicht möglich“. Stattdessen solle Messi idealerweise mit dem Rücken zum Tor gehalten und situativ doppelt attackiert werden.
Ballorientierte Verteidigung und Pressing-System
Die Österreicher selbst verteidigen nicht mann- sondern ballorientiert, mit dem Ziel, in Ballnähe den Raum möglichst eng zu machen. Dadurch soll eine Überzahl hergestellt werden, eine Philosophie, für die Rangnick seit vier Jahrzehnten als Verfechter der Raumdeckung bekannt ist. Mario Kempes, der 71-jährige argentinische Weltmeister von 1978, brachte es in einem Instagram-Video auf den Punkt: „Man nennt Rangnick den Vater des Gegenpressings. Ich weiß nicht genau, was das bedeutet, aber wir werden es sehen.“ Namentlich hebt er Alaba, Arnautovic, Sabitzer und Laimer hervor.
Eine zentrale Rolle im Pressing-System soll Bayern-Star Konrad Laimer einnehmen, den Oesen als „einen der besten der Welt“ in der Rolle des Auslösespiels bezeichnete: „Der erste Sprint muss sitzen. Wenn du als Mannschaft keinen guten Auslöser findest, wird es schwer, dass ein Netz aus Spielern zum Sprinten anfängt. In der Rolle dieses Auslösers ist Konny einer der besten der Welt.“ Laimer und Co. treffen auf ein argentinisches Mittelfeld, das laut Oesen „extrem gut Takt geben“ kann. Messi selbst beschrieb Oesen als „Restangriff“ – eine Umkehrung des klassischen Begriffs der „Restverteidigung“, da der Argentinier in Umschaltmomenten immer wieder anlaufbereit sei.
Kaderlage: Posch und Arnautovic zurück
Personell kann Rangnick nahezu aus dem Vollen schöpfen. Alle 26 Kaderspieler sind fit, darunter auch Marko Arnautovic, der nach überstandener Verletzung wieder zur Verfügung steht, sowie Abwehrspieler Stefan Posch, der nach seinem Kieferbruch mit einer Spezialschiene spielen wird. Ob Posch in die Startelf rückt oder von der Bank kommt, sei noch offen: „Wir müssen schauen, ob wir ihn von Anfang an oder von außen ins Spiel bringen“, sagte Rangnick. Auch David Alaba, der gegen Jordanien mit muskulären Problemen früher raus musste, ist wieder einsatzbereit – Beide sind aber nicht in der Startelf zu erwarten. Damit hat Rangnick nach dem erfolgreichen Auftakt die Qual der Wahl.
Das Stadion wird dabei eine besondere Kulisse bieten. Während der WM fasst die Arena 70.649 Fans, die Standardkapazität liegt sogar bei 80.000 Sitzplätzen. Dank flexibler Steh- und Zusatzbereiche lässt sich diese Kapazität auf bis zu 108.713 Zuschauer erweitern. Weil es in Dallas mit 35 Grad Celsius besonders heiß ist, wird das Dach geschlossen – das klimatisierte Innere bietet den Rahmen für das Spektakel in Dallas. Österreichs Fans werden klar in der Unterzahl sein, doch zwischen 5.000 und 10.000 in Rot-weiß-rot dürften es schon werden, die ihr Team in der Fremde unterstützen.
Bedeutung für das Achtelfinale
Inhaltlich geht es für Österreich um viel: Mit einem Sieg wäre der Einzug ins Achtelfinale bereits gesichert, ein weiterer Punkt würde den Österreichern wohl auch bereits das Weiterkommen in der Gruppenphase sichern. Die Chancen darauf stehen nicht schlecht, denn Argentinien ist zwar der regierende und dreifache Weltmeister und hat seine letzten acht Länderspiele gewonnen, dabei nur ein Gegentor kassiert, doch Österreich hat in der Vergangenheit schon einmal bewiesen, dass es einen amtierenden Weltmeister schlagen kann. Das kleine Österreich, zum ersten Mal seit 28 Jahren wieder bei einer WM, könnte mit einem Coup Historisches erreichen.
Argentinien selbst geht mit einem hochkarätig besetzten Kader in das Turnier. Zum Aufgebot gehören unter anderem Lautaro Martínez, Julián Álvarez, Enzo Fernández, Alexis Mac Allister, Rodrigo de Paul und Thiago Almada – allesamt Profis aus europäischen Topklubs. Abwehrspieler Romero würdigte seinen Kapitän mit den Worten: „Er ist der Größte, wir genießen ihn jeden Tag.“ Auch Arnautovic adelte seinen Kontrahenten vor dem Duell als „der Größte aller Zeiten“.
Rangnick sieht sein Team gut vorbereitet, betont aber auch die Bedeutung einer geschlossenen Mannschaftsleistung. „Weil wir reden trotzdem über eine Mannschaftssportart und wir haben die Möglichkeit, über unseren eigenen Auftritt, über unsere Strategie, über unseren Stil, wie wir spielen, gepaart mit der nötigen Energie und dem Mut, das Spiel eben auch auf unsere Seite zu ziehen, und darauf wird es ankommen“, sagte der frühere Bundesligacoach. „Aber nicht aus reinem Selbstzweck. Sie spielen auch schnell vertikal und scheuen nicht davor zurück, einmal einen langen Ball auf die zentrale Spitze zu spielen“, warnte er vor den Stärken der „Albiceleste“. „Darauf müssen wir vorbereitet sein, dass wir nicht zu viele Umschaltsituationen zulassen“, so Rangnick weiter. Auch taktisch und was die Energie und den Mut betrifft müsse Österreich auf höchstem Niveau agieren.
Ausstrahlung und Vorgeschichte
Abseits des Spielfelds sorgte zuletzt die Szene um einen nicht geahndeten harten Einsteigen Messis gegen Algerien für Gesprächsstoff. Der algerische Fußballverband reichte nach Angaben von Reuters beim FIFA-Schiedsrichterausschuss Beschwerde gegen die Spielleitung ein, insbesondere gegen die nicht ausgesprochene Rote Karte gegen Messi durch Schiedsrichter Szymon Marciniak aus Polen. Messi bleibt für die Partie gegen Österreich spielfähig, der Gesundheitszustand seines Vaters habe sich laut einer Stellungnahme der Familie gebessert. „Die Mannschaft muss besser sein als die zu erwartende Summe der Qualität der Einzelspieler“, hatte Rangnick bereits bei seinem ersten Auftritt als ÖFB-Teamchef im Mai 2022 erklärt – ein Satz, der auch vor dem Duell mit Argentinien als Leitlinie dienen könnte.
Das Spiel wird am Montagabend um 19:00 Uhr MESZ im AT&T Stadium in Dallas angepfiffen und ist live im deutschen Free-TV bei ARD sowie bei MagentaTV zu sehen. Rund 70.000 Zuschauer werden in der Arena erwartet, wenn „Das kleine Österreich, zum ersten Mal seit 28 Jahren wieder bei einer WM“ seine wohl größte Herausforderung bei diesem Turnier in Angriff nimmt.
Fragen & Antworten
Wer ist Ralf Rangnick und welche Rolle spielt er bei Österreich?
Ralf Rangnick ist der Teamchef der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft und ehemalige Bundesligatrainer. Er ist seit vier Jahrzehnten ein Verfechter der Raumdeckung und gilt als „Vater des Gegenpressings“.
Wie will Österreich Lionel Messi stoppen?
Österreich setzt auf ballorientierte Verteidigung und will Messi nicht in Manndeckung neutralisieren, sondern durch situative Nähe und Doppelschirme mit dem Rücken zum Tor halten. Co-Trainer Stefan Oesen betonte, dass eine klassische Manndeckung gegen Messi „nicht möglich“ sei.
Was steht für Österreich bei der WM 2026 gegen Argentinien auf dem Spiel?
Mit einem Sieg wäre Österreich vorzeitig für das Achtelfinale qualifiziert, ein weiterer Punkt würde den Einzug in die K.-o.-Runde wahrscheinlich machen. Es ist die erste WM-Teilnahme Österreichs seit 28 Jahren.