Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat in einem Policy Brief die Verteilungseffekte des aktuellen Sparpakets der Dreierkoalition analysiert und kommt zu dem Ergebnis, dass Geringverdiener und der Bankensektor überproportional betroffen sind.

In dem am Donnerstag vorgelegten Policy Brief untersucht die OeNB die Verteilungseffekte der Konsolidierungsmaßnahmen in der Sozialversicherung und bei Familienleistungen. Konkret analysiert wurden demnach die Pensionsanpassung, Änderungen bei den Arbeitslosenversicherungsbeiträgen, die Familienbonus-Reform, die Nicht-Indexierung der Familienleistungen, der Aktivitätsfreibetrag für Pensionisten, die Anhebung der Höchstbeitragsgrundlage sowie das Einfrieren der Geringfügigkeitsgrenze.

Geringverdiener tragen überproportionale Last

Die Kernergebnisse der Nationalbank fallen für die unteren Einkommensschichten ungünstig aus. Während andere Branchen eine Entlastung zwischen 0,2 und 0,4 Prozent verzeichnen, schlagen die Maßnahmen bei Geringverdienern überproportional zu Buche. Auch im historischen Vergleich mit den anderen drei Konsolidierungsphasen seit dem EU-Beitritt 1995 zeigt sich, dass der Anteil einnahmenseitiger Maßnahmen aktuell deutlich geringer ist – die Belastung lastet damit stärker auf den unteren Einkommen.