Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) hat am fünften Jahrestag der Flutkatastrophe bei einer Gedenkveranstaltung in Bad Neuenahr-Ahrweiler um Entschuldigung für staatliches Versagen im Ahrtal gebeten, während Betroffene und Kommunalpolitiker die Worte teils skeptisch aufnahmen.

Auf einer Gedenkveranstaltung zum fünften Jahrestag der Ahrtal-Flutkatastrophe hat der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) die Bevölkerung um Entschuldigung gebeten. Im Beisein von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) räumte Schnieder ein, dass die Flutkatastrophe nicht nur eine Naturkatastrophe gewesen sei. „Die Flut war auch eine Polit-Katastrophe“, sagte er. Zugleich sprach er von einem Versagen des Staates: „Die Flutkatastrophe war auch Staatsversagen. Der Staat muss seine Bürgerinnen und Bürger schützen und hat bei dieser Pflicht versagt.“

Die Entschuldigung wurde in den Medien als bemerkenswerter Schritt eines amtierenden Ministerpräsidenten beschrieben. Schnieders Vorgänger Alexander Schweitzer (SPD) und Malu Dreyer (SPD) hatten das Geschehen nach Darstellung der Berichterstattung überwiegend als Naturereignis eingeordnet und sich bei der Bevölkerung des Ahrtals nicht entschuldigt. Auch die CDU von Schnieder war 2021 nach den vorliegenden Angaben nicht in Regierungsverantwortung.