Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe im Ahrtal hat sich der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) am Dienstagabend bei einer Gedenkveranstaltung in Bad Neuenahr-Ahrweiler bei den Betroffenen für das Versagen des Staates entschuldigt.

In der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 hatte schwerer Regen im Ahrtal und in weiten Teilen von Rheinland-Pfalz sowie Nordrhein-Westfalen eine verheerende Sturzflut ausgelöst. Insgesamt starben nach offiziellen Angaben 185 Menschen, davon 135 im Ahrtal; eine Person gilt bis heute als vermisst. Die Infrastruktur einer ganzen Region wurde zerstört, Zehntausende Häuser beschädigt, Schulzen verwüstet, Brücken fortgerissen und Straßen überflutet.

Schnieder, der erst seit Mai dieses Jahres als Nachfolger von Alexander Schweitzer (SPD) im Amt ist, räumte vor den Anwesenden Fehlbarkeit auf allen Ebenen ein. „Ich sage Ihnen: Menschen sind fehlbar. Organisationen und Institutionen sind fehlbar. Es war Fehlbarkeit, die dazu führte, dass das Ahrtal nicht auf diese Katastrophe vorbereitet war. Es war Fehlbarkeit, die dazu führte, dass so viele Menschen gestorben sind. Es war Fehlbarkeit, dass das Leid in dieser Schicksalsnacht nicht abgemildert wurde“, sagte der Ministerpräsident. Der Staat habe seine Schutzverpflichtung gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern in jener Nacht nicht eingelöst. „Der Staat hat in dieser Frage versagt – dafür bitte ich als Ministerpräsident um Entschuldigung“, so Schnieder.