Berlin, 01 Juli 2026
Vor dem Koalitionsausschuss am Mittwoch in Berlin steigt die Nervosität bei Union und SPD, weil die Spitzen von CDU/CSU und SPD um eine gemeinsame Linie bei der Einkommensteuerreform ringen.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil wird am Mittwochnachmittag mit zwei ausgearbeiteten Varianten einer Einkommensteuerreform ins Kanzleramt ziehen. Wie bereits beim Treffen der Parteivorsitzenden am Sonntag will er eine große und eine kleine Lösung präsentieren. Die größere Variante würde kleinere und mittlere Einkommen nach Schätzungen um gut 800 Euro im Jahr entlasten, die kleinere etwa die Hälfte davon. Im Haushalt wären damit Kosten von 27 beziehungsweise 18 Milliarden Euro verbunden.
Beobachter rechnen mit einer langen Verhandlungsnacht, eine Pressekonferenz wird frühestens am Donnerstagmorgen erwartet. Schon am Sonntag hatten sich die Spitzen getroffen, um Grundsatzentscheidungen für den Koalitionsausschuss vorzubereiten. Den Vorsitz im Gremium hat Bundeskanzler Friedrich Merz. Der Ausschuss befasst sich am 1. Juli mit der Steuerreform, die im Koalitionsvertrag vereinbart worden war.
