Die Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD geht in die entscheidende Woche vor der parlamentarischen Sommerpause und will dort ein Bündel großer Reformvorhaben voranbringen oder zum Abschluss bringen.
Nach Informationen aus Koalitionskreisen ist für Mittwoch eine Sitzung des Koalitionsausschusses mit den Spitzengremien von CDU, CSU und SPD geplant. In der Sitzung sollen die laufenden Reformprojekte zusammengeführt und die letzten politischen Streitpunkte ausgeräumt werden. Die letzte Sitzungswoche des Bundestags vor der Sommerpause läuft vom 6. bis 10. Juli; danach tagt das Parlament regulär erst wieder Anfang September. Der Bundesrat kommt letztmals vor der Sommerpause am 10. Juli zusammen.
Rente: Streit um Abschläge und "Rente mit 63"
Im Zentrum der Beratungen steht die Rente. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) hatten nach den Empfehlungen einer Rentenkommission demonstrative Einigkeit gezeigt und angekündigt, die Vorschläge im Ganzen umsetzen zu wollen. Bas warnte zugleich vor einem "Rosinenpicken". Sie sagte: "kein Rosinenpicken". Diskutiert werden unter anderem die abschlagsfreie Rente nach 45 Jahren und ein Aus für die derzeit faktisch erst ab 64,5 Jahren mögliche "Rente mit 63". Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) sagte dem "Tagesspiegel": "Die abschlagsfreie Rente nach 45 Jahren Arbeit sollte aus meiner Sicht möglich bleiben." Der CDU-Bundestagsabgeordnete Pascal Reddig forderte im Redaktionsnetzwerk Deutschland hingegen einen schnellen Ausstieg aus der "Rente mit 63" und erklärte: "Eine Übergangsfrist von fünf Jahren wäre zu lang."
