Das israelische Parlament hat am Mittwoch in dritter und letzter Lesung ein Gesetz verabschiedet, das die Gutachten von Generalstaatsanwältin Gali Baharav-Miara faktisch entwertet und der Regierung erlaubt, sie zu ignorieren.
Die Knesset billigte das Gesetz in dritter und letzter Lesung. Der nun gebilligte, höchst umstrittene Gesetzesentwurf sieht vor, dass diese Rechtsgutachten nicht länger bindend sind und die Regierung sie faktisch ignorieren kann. Damit verliert die Generalstaatsanwältin eines ihrer wichtigsten Instrumente, um Entscheidungen der politischen Führung auf ihre Rechtmäßigkeit hin zu überprüfen.
Die Generalstaatsanwältin prüft unter anderem, ob Entscheidungen der Regierung mit geltendem Recht vereinbar sind. Die Unabhängigkeit der Justiz sorgt dafür, dass die Politik an bestehendes Recht gebunden ist. Die Generalstaatsanwältin gilt als eine der wenigen Kontrollinstanzen der Exekutive in Israel. Mit der Schwächung ihrer Stellung entfällt ein wesentlicher Mechanismus, der die Regierung an geltendes Recht bindet.
