Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu versucht, vor der für spätestens 27. Oktober geplanten Parlamentswahl sieben umstrittene Gesetzesvorlagen durch die Knesset zu bringen, darunter Wehrdienstbefreiungen für ultra-orthodoxe Männer und eine Reform des Amtes der Generalstaatsanwältin.
Derzeit stehen sieben Gesetzesinitiativen auf der Tagesordnung der Knesset, dem israelischen Parlament. Jede davon hat für eine oder mehrere Parteien in Netanyahus rechtsgerichteter Koalition hohe Priorität. Um laufende Gesetzgebungsverfahren abzuschließen, können die Abgeordneten die Sitzungsperiode jedoch um bis zu 12 Tage verlängern. Planmäßig soll sich das israelische Parlament vor der anstehenden Wahl am 15. Juli automatisch auflösen.
Wehrdienst für ultra-orthodoxe Männer
Die umstrittenste Gesetzesvorlage betrifft Ausnahmen vom Wehrdienst für ultra-orthodoxe Juden, die in Israel viele Jahre lang von der Wehrpflicht befreit waren. Gegen den Gesetzentwurf, der im Juni in einer Vorabstimmung angenommen wurde, gehen seit Monaten Tausende Israelis auf die Straße. Das Oberste Gericht hatte dies dann 2024 aufgehoben. Zuletzt nahm die Polizei verstärkt ultraorthodoxe Männer fest, die sich dem Wehrdienst entziehen wollten.
