Die Knesset hat am Dienstag mit 106 von 120 Stimmen in erster Lesung für die Auflösung des israelischen Parlaments gestimmt, nachdem der Streit um eine Wehrdienstbefreiung für ultraorthodoxe Männer die Koalition von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu an den Rand des Zerbrechens gebracht hatte.
Damit ist der Weg für vorgezogene Neuwahlen frei, die nach dem Willen der Antragsteller zwischen dem 8. September und dem 20. Oktober stattfinden sollen. Regulär müsste die nächste Wahl erst bis spätestens 27. Oktober abgehalten werden, da die laufende Legislaturperiode zu diesem Zeitpunkt endet. Nach der Auflösung könnte der Urnengang allerdings auch etwas früher erfolgen.
Den Antrag auf Parlamentsauflösung hatte die Regierung unter Netanjahu selbst eingebracht. Für die Annahme in erster Lesung votierten am Dienstag 106 der 120 Abgeordneten. Damit zeichnet sich ab, dass die Koalition in der Knesset trotz interner Spannungen weiter geschlossen abstimmt.
