Das israelische Parlament hat am Abend in dritter und letzter Lesung ein von ultraorthodoxen Parteien gefordertes Gesetz verabschiedet, das das Studium religiöser Texte zu einem "Grundwert des jüdischen Volkes und des Staates Israel" erklärt und ultraorthodoxen Juden erweiterte Möglichkeiten gibt, den Militärdienst zu verweigern.

Mit dem Gesetzesbeschluss sichert sich Regierungschef Benjamin Netanjahu die Unterstützung der ultraorthodoxen Parteien. In den letzten beiden Lesungen stimmten 63 Knesset-Abgeordnete für den entsprechenden Gesetzentwurf, 52 waren dagegen. Der Abstimmung blieb Netanjahu fern.

Inhalt und Mechanik des Gesetzes

Das neue Gesetz erklärt das Studium religiöser Texte zu einem "Grundwert des jüdischen Volkes und des Staates Israel" und räumt ihm damit eine Art Verfassungsrang ein. Ultraorthodoxe Juden waren viele Jahre lang vom Militärdienst befreit gewesen. Das Oberste Gericht hatte diese Regelung aber 2024 aufgehoben. Das neue Gesetz wird dazu dienen, ultraorthodoxen Juden mehr Möglichkeiten zu geben, den Militärdienst zu verweigern.