Der irische Taoiseach Micheál Martin hat beim Auftakt der irischen EU-Ratspräsidentschaft in Cork Deutschland und andere Mitgliedstaaten vor festgefahrenen Positionen im Streit über den nächsten EU-Haushalt gewarnt.
Martin sprach am Rande einer Pressekonferenz zum Start der sechsmonatigen EU-Ratspräsidentschaft seines Landes von "diametral entgegengesetzten Positionen" einiger größerer Mitgliedstaaten. Die Meinungen gingen sowohl bei der Frage auseinander, ob der Haushalt höher oder niedriger ausfallen solle, als auch beim Einsatz gemeinsamer Schuldeninstrumente. "Ohne einen Kompromiss wird es keinen Haushalt geben", sagte der irische Regierungschef. Er erwarte eine "sehr, sehr harte Verhandlung".
Hintergrund des Konflikts ist der Vorschlag der EU-Kommission für den mehrjährigen Finanzrahmen von 2028 bis Ende 2034. Das Volumen beträgt nach Kommissionsangaben 1,98 Billionen Euro in laufenden Preisen; inflationsbereinigt sind es rund 1,76 Billionen Euro (zu Preisen von 2025). Mit dem Geld sollen unter anderem Projekte zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft finanziert sowie Landwirte und einkommensschwache Regionen unterstützt werden.
