Die Gewerkschaft IG Metall hat für Freitag, den 12. Juni, zu einer Demonstration in Berlin aufgerufen, bei der Tausende Stahl-Beschäftigte aus ganz Deutschland gegen die Krise der Branche protestieren sollen.

Protestzug durch Berlin

Die Gewerkschaft plant nach eigenen Angaben eine Demonstration in Berlin, bei der Tausende Teilnehmer erwartet werden. Die Route soll vom Brandenburger Tor zum Bundeswirtschaftsministerium ziehen. Neben Beschäftigten aus den Stahlwerken haben auch Betriebsratsvorsitzende und Arbeitsdirektoren der Stahlindustrie ihre Redebeiträge angekündigt. Mit der Kundgebung will die Gewerkschaft Druck auf die Bundesregierung ausüben, ihren Kurs in der Industriepolitik beizubehalten.

Im Zentrum der Kritik steht die Sorge vor einer Schwächung des Europäischen Emissionshandelssystems (ETS 1). Die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) hatte in einem Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vor einer Aufweichung des Systems gewarnt. Es dürfe keine Rolle rückwärts bei den politischen Leitplanken geben, schrieb sie. Eine Schwächung des ETS würde nach ihrer Einschätzung die milliardenschwere Transformation der saarländischen Stahlindustrie hin zu grünem Stahl gefährden.