Brüssel, 30 Juni 2026

Die EU-Kommission hat am Dienstag eine Verordnung vorgestellt, die ab Mittwoch die zollfreien Stahleinfuhren in die EU deutlich reduziert, um die heimische Industrie nach dem Auslaufen der bisherigen Stahlschutzmaßnahmen gegen globale Überkapazitäten abzusichern.

Hintergrund: Globale Überkapazitäten als Auslöser

Die ab 1. Juli geltende Regelung senkt die zollfreien Einfuhren von 26 Kategorien von Stahlerzeugnissen in die EU um durchschnittlich 47 Prozent im Vergleich zu den Kontingenten im Rahmen der bisherigen Stahlschutzmaßnahmen. Ab Mittwoch dürfen jährlich insgesamt 18,3 Millionen Tonnen Stahl zollfrei in die EU eingeführt werden. Einfuhren außerhalb der Quote unterliegen einem Zollsatz von 50 Prozent.

Das neue System zielt darauf ab, die Stahlindustrie der EU nach dem Auslaufen der EU-Stahlschutzmaßnahmen mit 30. Juni vor negativen Folgen des weltweiten Stahlüberschusses zu schützen. Die EU-Kommission betont, sie habe die Maßnahmen im Einklang mit den WTO-Regeln ausgearbeitet. Die EU habe sich aktiv an den Gesprächen mit ihren Handelspartnern in Genf beteiligt, um sicherzustellen, dass Präferenzpartner ihr Gesamtniveau an Zugeständnissen behalten können.