Wegen einer anhaltenden Hitzewelle ist der Wasserstand des Gardasees nach Angaben der Region Venetien innerhalb einer Woche um rund zehn Zentimeter gesunken, woraufhin die Region den Notstand ausgerufen hat.

Rekordverdächtige Verluste

Der größte See Italiens verliere derzeit über sieben Milliarden Liter Wasser pro Tag, wie aus Berechnungen der italienischen Tageszeitung L'Arena hervorgeht. Demnach entspreche der tägliche Verdunstungsverlust rund 7,4 Millionen Kubikmetern. An besonders heißen Tagen könne der See allein durch Verdunstung bis zu zwei Zentimeter Wasserstand verlieren, berichtete die Zeitung. Die gegenwärtige Hitzewelle in Norditalien entwickele sich laut L'Arena zu einer der intensivsten der vergangenen hundert Jahre.

Am offiziellen Messpunkt in Peschiera del Garda lag der Wasserstand laut der Behörde Aipo (Agenzia Interregionale per il fiume Po) am 1. Juli bei 94 Zentimetern und sank damit erstmals im laufenden Jahr unter die Marke von einem Meter. Zeitweise habe sich der Rückgang auf etwa 1,5 Zentimeter pro Tag beschleunigt, erklärte die Comunità del Garda. Im Frühjahr 2023 war der Wasserstand vorübergehend auf rund 45 Zentimeter gefallen. Der historische Tiefststand wurde im September 2007 mit nur sieben Zentimetern gemessen.