Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Jörg Dittrich, hat die Bundesregierung aufgefordert, eine Kommission einzusetzen, die Betriebe und Beschäftigte von hohen Lohnzusatzkosten entlastet.

Dittrich sagte der Deutschen Presse-Agentur (dpa), die wirtschaftliche Lage im Handwerk habe sich verschlechtert, „das zeigten alle aktuellen Daten“. Die Umsatzentwicklung im Gesamthandwerk sei seit Jahresbeginn preisbereinigt negativ. Zudem stünden einzelne Bereiche wie der Hochbau massiv unter Druck und seien deutlich im Minus. Die Reformbemühungen der Regierungskoalition seien ausdrücklich zu würdigen, „das Problem ist, dass davon bislang in den Betrieben noch nichts ankommt, weder bei den wirtschaftlichen Kennzahlen noch in der Stimmung“.

Konkrete Zahlen untermauern die Lage: Im Handwerk gibt es 2025 gegenüber dem Vorjahr 73.000 Arbeitsplätze weniger. Auch wenn im Handwerk noch keine Insolvenzwelle zu sehen sei, laufe die Entwicklung in die falsche Richtung, warnte Dittrich. Beim ZDH gingen viele besorgte, teils empörte und verbitterte Nachrichten von Mitgliedern ein, die fragten, „wie wir denn dazu kommen, den Reformprozess positiv zu begleiten, wo doch die Wirtschaftsdaten immer schlechter werden und sich das auch in den Auftragsbüchern widerspiegelt“.