Ein Gericht in Genua hat den früheren Chef von Autostrade per l'Italia, Giovanni Castellucci, im Prozess um den Einsturz der Morandi-Brücke im August 2018 zu zwölf Jahren Haft verurteilt.

Am 14. August 2018 stürzte um 11:36 Uhr ein etwa 200 Meter langes Teilstück der Morandi-Brücke in Genua in die Tiefe und riss Fahrzeuge 45 Meter mit in den Abgrund. 43 Menschen kamen an dem Tag ums Leben, 16 weitere wurden verletzt, als Betonteile auf den Boden stürzten. Rettungskräfte suchten tagelang mit schwerem Gerät nach Überlebenden in den Trümmern.

Der Einsturz und seine Folgen

Die 1967 eröffnete Schrägseilbrücke war nach ihrem Erbauer Riccardo Morandi benannt und Teil einer wichtigen Verbindungsstraße zwischen Frankreich und Italien. Laut Sachverständigen hatte die Brücke durch unzureichende Wartung schwerwiegende Schäden erlitten. Rund 700 Anwohner mussten ihre Wohnungen verlassen, etwa 600 verloren dauerhaft ihr Zuhause, mehrere Häuser unter akut einsturzgefährdeten Brückenpfeilern wurden abgerissen. Die Reste der Brücke wurden später durch eine kontrollierte Sprengung beseitigt.