Viktor Orbán ist am Samstag auf einem Parteitag der Fidesz in Budapest mit großer Mehrheit für ein weiteres Jahr als Parteivorsitzender bestätigt worden, obwohl seine Partei die Parlamentswahl im April verloren hatte.

Bei der Abstimmung auf dem Parteitag in Budapest entfielen laut den vorliegenden Angaben 729 Stimmen auf Orbán, keine Gegenstimme wurde gezählt, und acht Delegierte enthielten sich. Damit bleibt der ehemalige Ministerpräsident, der das Amt des Fidesz-Vorsitzenden innehat, zumindest für die kommenden zwölf Monate an der Spitze der als rechtsnationalistisch beschriebenen Partei. Sein Mandat an der Parteispitze ist auf ein Jahr befristet.

Niederlage bei der Parlamentswahl im April

Der Parteitag fand nur knapp zwei Monate nach der Parlamentswahl vom 12. April statt, in der die Oppositionspartei Tisza unter Péter Magyar eine Zweidrittelmehrheit im Parlament erringen konnte. Fidesz war damit in die Opposition gewechselt, und Orbán hatte bereits unmittelbar nach der Wahl die Verantwortung für die Niederlage übernommen.