Istanbul, 16 Juli 2026

Zwei russische Staatsbürger sind in der Hagia Sophia in Istanbul von der Polizei festgenommen worden, weil sie nach Angaben von Medienberichten in dem heutigen Moschee-Gebäude die Bibel gelesen haben sollen.

Hintergrund: Bibellesen als Straftatbestand?

Den Vorfall, der sich laut Kathpress an einem Montag ereignete, ordnen die türkischen Behörden als möglichen Verstoß gegen Artikel 216 des türkischen Strafgesetzbuchs ein. Dieser Paragraf betrifft den Tatbestand der "Anstiftung zum Hass". Die beiden russischen Bürger seien aus dem Gebäude eskortiert und in Gewahrsam genommen worden, berichtete die katholische Nachrichtenagentur.

Nach ihrer Festnahme wurden die beiden Russen in ein Internierungslager für Migranten überstellt. Dort sollen sie nach Berichten türkischer Medien bis zum Abschluss der Verwaltungsverfahren in Haft bleiben. Nach türkischem Recht darf die Verwaltungshaft von Ausländern sechs Monate nicht überschreiten, sie kann jedoch um weitere sechs Monate verlängert werden, wenn die Abschiebung wegen fehlender Dokumente oder mangelnder Kooperation des Betroffenen nicht abgeschlossen werden kann.