Die EU-Mitgliedstaaten haben sich nach Angaben von Diplomaten auf eine befristete Ausnahme vom europäischen Datenschutz geeinigt, die es Messengerdiensten erlaubt, private Chats auf Material sexuellen Kindesmissbrauchs zu durchsuchen; die Übergangsregelung soll bis April 2028 reaktiviert werden.
Hintergrund der Einigung
Vertreter der EU-Staaten einigten sich in Brüssel auf eine zeitlich begrenzte Ausnahme von den europäischen Datenschutzregeln, wie mehrere Diplomaten der Deutschen Presse-Agentur bestätigten. Die Vereinbarung sieht vor, eine bereits im April ausgelaufene Übergangsregelung wieder zu aktivieren und damit das automatisierte Scannen privater Kommunikation durch große Plattformen vorübergehend wieder zu erlauben.
Von der Ausnahme können Anbieter wie Microsoft (Outlook), Google (Gmail) und Meta (Instagram) Gebrauch machen. Deren Software darf Bilder und Videos automatisch durchsuchen, bevor sie an die Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet werden. Verdachtsfälle dürfen laut EU-Regeln jedoch erst dann gemeldet werden, nachdem ein Mensch sie als solche verifiziert hat.
