Straßburg, 07 Juli 2026
Das Europäische Parlament hat am Dienstag mit breiter Mehrheit ein Prüfverfahren gegen die rechtspopulistische Parteienfamilie ESN (Europa Souveräner Nationen) eingeleitet, der die AfD als Mitglied angehört.
Abstimmung mit klarer Mehrheit
In der Abstimmung in Straßburg votierten 414 Abgeordnete für die Einleitung des Verfahrens, 224 stimmten dagegen. Damit beauftragte das Parlament die Aufsichtsbehörde für europäische Parteien und Stiftungen (APPF), zu prüfen, ob die ESN gegen die Werte der EU-Verträge verstößt. Auf die Tagesordnung gesetzt wurde der Antrag, weil 247 der 720 Parlamentsmitglieder den entsprechenden Wunsch unterzeichnet hatten; erforderlich waren 181 Stimmen.
Das Verfahren richtet sich ausdrücklich nicht gegen die Fraktion ESN im Europäischen Parlament, sondern gegen die europäische Parteienfamilie als Organisation mit Sitz in Berlin. Parteienfamilien sind Zusammenschlüsse nationaler Parteien wie die SPE, der die SPD angehört, oder die konservative EVP. Sie sind nicht identisch mit den Fraktionen im Parlament. Im Fall eines gravierenden Verstoßes könnte der ESN die Registrierung als europäische Partei entzogen werden, was den Verlust von EU-Fördermitteln zur Folge hätte.
