Brüssel, 10 Juni 2026
Die EU-Kommission hat den Messengerdienst WhatsApp per einstweiliger Anordnung gezwungen, KI-Assistenten anderer Anbieter in der Europäischen Union wieder kostenlos zuzulassen, und setzt dem US-Konzern Meta dafür eine Frist von fünf Werktagen.
Hintergrund der Entscheidung
Die Europäische Kommission verschärft ihren Kurs gegen den US-Technologiekonzern Meta. Mit einer am Dienstag in Brüssel veröffentlichten einstweiligen Verfügung muss das Unternehmen die im Oktober 2025 eingeführte Bezahlschranke für externe KI-Dienste auf der Plattform WhatsApp wieder vollständig abbauen. Konkret verlangt die Behörde, dass die Schnittstellen für Drittanbieter zu denselben Bedingungen zugänglich sind wie vor dem 15. Oktober 2025 – also ohne Gebühr. Die Anordnung gilt befristet, bis die laufende Untersuchung abgeschlossen ist.
Hintergrund der Entscheidung ist ein wachsender Konflikt um den Marktzugang für sogenannte universelle KI-Assistenten in Europa. Die Wettbewerbshüter in Brüssel befürchten, dass US-Konzerne wie Meta mit ihrer Marktmacht europäische Entwickler von Künstlicher Intelligenz systematisch benachteiligen. Die EU-Kommission untersucht den Fall seit Dezember 2025. Wegen der Eilbedürftigkeit griff sie nun zum Mittel der einstweiligen Maßnahmen, obwohl die Ermittlungen noch nicht endgültig abgeschlossen sind. Eine gesetzliche Frist, bis wann die Untersuchung beendet sein muss, gibt es nicht.
