Brüssel, 09 Juni 2026

Die EU-Kommission hat den US-Konzern Meta per einstweiliger Anordnung verpflichtet, konkurrierenden Anbietern von KI-Assistenten wieder kostenlosen Zugang zur WhatsApp-Schnittstelle zu gewähren, und setzt ihm dafür eine Frist von fünf Werktagen.

Hintergrund: Was ist passiert?

Die EU-Kommission ordnete am Dienstag eine seltene Notfallmaßnahme gegen den WhatsApp-Mutterkonzern Meta unter Leitung von Mark Zuckerberg an. Damit soll sichergestellt werden, dass andere KI-Assistenten den Messenger-Dienst wieder kostenlos nutzen können. Bis zum Abschluss der laufenden Kartelluntersuchung gegen Meta bleibt die Anordnung in Kraft, wie die Brüsseler Behörde mitteilte.

Hintergrund ist, dass Meta im vergangenen Oktober Drittanbietern den Zugang zu Schnittstellen sperrte, über die Unternehmen ihre Dienste mit WhatsApp verknüpfen. Danach stand Nutzern in der Praxis nur noch Metas eigener KI-Assistent „Meta AI" zur Verfügung. Nachdem die Kommission schon einmal mit Zwangsmaßnahmen gedroht hatte, öffnete Meta im März den Zugang zwar formal wieder, führte jedoch eine Gebühr ein. Dies werten die Wettbewerbshüter in Brüssel als faktische Fortsetzung der Zugangssperre.