Die EU-Kommission hat am Freitag in Brüssel eine Reform des europäischen Emissionshandels (ETS) vorgestellt, die energieintensive Industrien entlasten und die Wettbewerbsfähigkeit Europas stärken soll.

Hintergrund: So funktioniert der EU-Emissionshandel

Das EU-Treibhausgashandelssystem (Emission Trading System, ETS) wurde 2005 eingerichtet, um Emissionen zu senken. Es gilt als wichtigstes Klimaschutzinstrument der EU und erfasst Energieerzeuger, die Industrie sowie Teile der Luftfahrt und der Schifffahrt. Die betroffenen Unternehmen bekommen Zertifikate für den Ausstoß klimaschädlicher Gase wie Kohlendioxid (CO2) zugeteilt und können nach Bedarf auch damit handeln oder weitere ersteigern. So entsteht ein Preis für jede ausgestoßene Tonne CO2.

Die Menge der verfügbaren Zertifikate sinkt kontinuierlich. Dadurch sollen die Zertifikate teurer werden und Klimaschutzinvestitionen sich mehr lohnen. Derzeit ist vorgesehen, dass es bis 2027 pro Jahr 4,3 Prozent und ab 2028 4,4 Prozent weniger Zertifikate geben soll. Somit würden ab 2039 keine neuen Zertifikate auf den Markt kommen, was Unternehmen Sorgen bereitet.

Besonders energieintensive Industrien – dazu zählen die Chemie- und die Stahlindustrie – erhalten einen Teil ihrer Zertifikate kostenlos. Diese kostenlosen Zertifikate werden immer weiter reduziert. Mit der Reform will die Kommission nun für den Zeitraum 2026 bis 2030 die bisherigen Benchmarks aufgeweicht werden, damit die Industrie mehr Verschmutzungsrechte bekommt.