Ein neuer OECD-Bericht zeigt, dass Österreich seine Klimaziele verfehlt, wenn es nicht drastische Maßnahmen ergreift.

Laut dem aktuellen OECD-Umweltbericht muss Österreich seine Treibhausgasemissionen mehr als doppelt so schnell reduzieren wie in den letzten sechs Jahren, um das EU-Klimaziel für 2030 zu erreichen. Dieses sieht eine Reduktion von 48% im Vergleich zu 2005 vor.

Besonders problematisch ist der Verkehrssektor, der für 29% der österreichischen Emissionen verantwortlich ist. Steuerbegünstigungen für Firmenwagen und Pendlerpauschalen tragen dazu bei, dass dieser Bereich kaum Fortschritte macht.

Zwar erzeugt Österreich 86% seines Stroms aus erneuerbaren Energien, doch fossile Brennstoffe machen immer noch 60% des gesamten Energieverbrauchs aus. Die OECD schätzt, dass umweltschädliche Subventionen in Österreich jährlich etwa 2,8 Milliarden Euro betragen.

Energie und Subventionen

Ein Lichtblick ist die hohe Recyclingquote von über 60% bei kommunalem Abfall, die zu den besten in Europa zählt. Allerdings liegt die Recyclingquote für Kunststoffverpackungen mit 27% deutlich unter dem EU-Ziel von 50% für 2025.

Der Bericht kritisiert auch die mangelnde Koordination zwischen den Bundesländern im Naturschutz. Obwohl fast 30% der Landesfläche unter Schutz stehen, sind 68% der ökologisch wertvollen Lebensräume und 75% der geschützten Arten in schlechtem oder sehr schlechtem Zustand.

Naturschutz und Koordination

Die OECD empfiehlt Österreich dringend, sein Ziel der Klimaneutralität bis 2040 gesetzlich zu verankern und mit verbindlichen Zwischenzielen zu unterlegen. Zudem sollte eine zentrale Koordinierungsstelle für den Naturschutz eingerichtet werden.

Finanzielle Risiken drohen Österreich, wenn es die EU-Ziele verfehlt: Bis 2030 könnten Kosten von 1,6 bis 5,9 Milliarden Euro für den Zukauf von Emissionszertifikaten anfallen. Bis 2040 könnten sich die Strafzahlungen sogar auf bis zu 9,5 Milliarden Euro summieren.

Finanzielle Risiken

Positiv erwähnt der Bericht Initiativen wie den 'Geräte-Retter-Bonus', der 50% der Reparaturkosten für Elektrogeräte und Fahrräder übernimmt, sowie das Pfandsystem für Einwegflaschen, das nach einem Jahr bereits eine Rücklaufquote von 81,5% erreicht.