Brüssel, 16 Juli 2026

Die EU-Kommission will am Freitag ihren Reformvorschlag zum europäischen Emissionshandelssystem ETS-1 vorlegen und damit auf Forderungen aus Industrie und Mitgliedstaaten nach Entlastungen bei hohen Energiepreisen reagieren.

Der EU-weite Emissionshandel für Industrie und Kraftwerke, kurz ETS-1, ist das zentrale Klimaschutzinstrument auf dem Kontinent. Der Mechanismus deckt die Menge an Kohlendioxid, die Sektoren wie die Chemie- und Stahlindustrie ausstoßen dürfen. Für jede Tonne ausgestoßenes CO₂ müssen die Unternehmen Zertifikate kaufen, und „wer weniger emittiert, profitiert, und wer viel ausstößt, zahlt mehr“.

So funktioniert das System

Damit die Emissionen sinken und der Preis steigt, wird bisher jedes Jahr die Zahl der verfügbaren Zertifikate reduziert; sie „werden von Jahr zu Jahr immer knapper und dadurch teurer“. Dem bisherigen Gesetz zufolge soll sie 2040 auf Null sinken. So soll es sich finanziell lohnen, die Emissionen schnell zu senken.

Gleichzeitig stehen Unternehmen aus der Industrie und zahlreiche EU-Mitgliedsländer seit Monaten wegen hoher Energiepreise unter Druck. Sie fordern Erleichterungen, unter anderem die Ausgabe zusätzlicher Gratis-Zertifikate. In dem Bericht des Deutschlandfunks heißt es dazu: „Außerdem fordern Industrievertreter die Ausgabe zusätzlicher Gratis-Zertifikate.“

Wie das Programm weiter berichtet, „wird erwartet, dass sie auf Forderungen aus der Industrie und zahlreichen EU-Mitgliedsländern eingehen wird, die seit Monaten wegen hoher Energiepreise auf Erleichterungen dringen“. Die Kommission stellt damit das System auf den Prüfstand; von „der wichtigsten klimapolitischen Entscheidung der Wahlperiode ist die Rede“.