EU-Migrationskommissar Magnus Brunner hat an Deutschland und mehrere weitere EU-Mitgliedstaaten appelliert, ihre derzeitigen Grenzkontrollen schrittweise abzubauen, und kündigte an, dass die kommende EU-Asylreform dafür den Rahmen setzen werde.

Brunner begründete seine Forderung gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe mit deutlich sinkenden Asylzahlen. Die beschlossenen Maßnahmen wie der Außengrenzschutz und das gemeinsame EU-weite Ein- und Ausreisesystem zeigten Wirkung, sagte der Kommissar. Wörtlich erklärte er, diese Instrumente griffen bereits, und die Asylzahlen gingen „drastisch“ zurück. Aus Sicht der EU-Kommission sei ein schrittweiser Abbau der Grenzkontrollen deshalb möglich und angemessen, auch in Deutschland.

Der Schengen-Raum sieht grundsätzlich Freizügigkeit ohne systematische Personenkontrollen an den Binnengrenzen vor. In den vergangenen Jahren hatten jedoch mehrere Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, vorübergehende Grenzkontrollen wiedereingeführt oder ausgeweitet, um irreguläre Migration und grenzüberschreitende Kriminalität zu bekämpfen. Brüssel hatte diese Maßnahmen bisher geduldet, pocht aber zunehmend auf eine Rückkehr zum Normalzustand.