Berlin, 14 Juni 2026
Die Europäische Union beginnt am Montagabend die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und Moldau, nachdem alle 27 Mitgliedstaaten nach dem Ende der ungarischen Blockade einem gemeinsamen Standpunkt zum ersten Verhandlungsabschnitt zugestimmt haben.
Hintergrund: Kurswechsel in Budapest
Die EU wird am Montag die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und Moldau beginnen. Wie die derzeitige zyprische Ratspräsidentschaft mitteilte, haben die Mitgliedstaaten nach dem Ende der ungarischen Blockade einen gemeinsamen Standpunkt zum ersten Verhandlungsabschnitt vereinbart und damit die notwendigen Vorbereitungen abgeschlossen. Voraussichtlich am Montagabend starten nun die Gespräche mit der Ukraine und Moldau.
Hintergrund des Verfahrens ist ein politischer Kurswechsel in Budapest. Erst nach der Abwahl des langjährigen ungarischen Regierungschefs Viktor Orban im April kam wieder Bewegung in den Prozess. Der neue ungarische Ministerpräsident Magyar meldete in der vergangenen Woche eine Einigung mit der Ukraine auf ein Abkommen zur Stärkung der Minderheitenrechte der ethnischen Ungarn im östlichen Nachbarland. Magyar hatte eine solche Einigung zur Bedingung dafür gemacht, den EU-Beitrittsgesprächen mit der Ukraine zuzustimmen.
Inhalt des ersten Verhandlungsclusters
Kiew hatte das EU-Beitrittsgesuch wenige Tage nach Beginn des russischen Angriffskrieges im Februar 2022 gestartet. Im Dezember 2023 beschlossen die Staats- und Regierungschefs der EU, Beitrittsgespräche mit der Ukraine und Moldau aufzunehmen. Die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und Moldau waren eigentlich bereits im Juni 2024 formal begonnen worden. Die Eröffnung des ersten Verhandlungsabschnitts wurde dann allerdings von Ungarn mit einem Veto blockiert. Nach dem Ende der ungarischen Blockade hätten alle 27 Mitgliedstaaten zugestimmt.
