Die österreichische Justiz ermittelt gegen einen Mann aus Niederösterreich, der während der Belagerung Sarajevos im Bosnienkrieg als Scharfschütze auf Zivilisten geschossen haben soll.

Die Belagerung Sarajevos dauerte vom 5. April 1992 bis zum 29. Februar 1996 und forderte etwa 11.000 Todesopfer. Die Stadt wurde von umliegenden Hügeln aus mit Artillerie und Scharfschützen angegriffen.

Besonders bekannt wurde die sogenannte 'Scharfschützengasse', die nur im Laufschritt überquert werden konnte. Etwa 650 Menschen, darunter 60 Kinder, sollen durch Scharfschützen getötet worden sein.

Laut Ermittlungen sollen wohlhabende Touristen aus Europa gezahlt haben, um in Sarajevo auf Menschen zu schießen. Diese Praxis wurde als 'Sarajevo Safari' bezeichnet.

Unter den mutmaßlichen 'Scharfschützentouristen' sollen sich Italiener und ein Österreicher befunden haben. Die Vorwürfe werden derzeit in mehreren Ländern untersucht.