Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat den 50-jährigen deutsch-polnischen Informatiker Martin S. aus Dortmund am Freitag zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, weil er die Darknet-Plattform „Assassination Politics" betrieben, dort Todeslisten veröffentlicht und zu Morden an Politikern aufgerufen hatte.

Nach Überzeugung des Düsseldorfer Oberlandesgerichts ist Martin S. der Betreiber der anonymen Darknet-Plattform „Assassination Politics" (Politik der Attentate). Auf der Seite veröffentlichte er Listen mit Namen von Politikerinnen und Politikern, Richterinnen und Richtern, Staatsanwältinnen und Staatsanwälten sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und forderte Nutzerinnen und Nutzer auf, in der Kryptowährung Monero Belohnungen für deren Ermordung zu spenden. Die Staatsschutzkammer sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte auf diese Weise politische Attentäter zu eigenständigen Taten veranlassen wollte.