Der Deutsche Fußball-Bund hat nach dem enttäuschenden WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft gegen Paraguay offiziell Gespräche mit Jürgen Klopp über die Nachfolge von Julian Nagelsmann als Bundestrainer bestätigt.
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat am Freitag, vier Tage nach dem Ausscheiden im Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Paraguay, die Trennung von Bundestrainer Julian Nagelsmann bekannt gegeben. Wie der Verband mitteilte, habe Nagelsmann in einem vertraulichen Gespräch mit der Verbandsspitze darum gebeten, ihn nach dem enttäuschenden Verlauf der WM in den USA, Kanada und Mexiko von seinen Aufgaben zu entbinden. Nagelsmann, der im September 2023 die Nachfolge von Hansi Flick angetreten hatte, war erst 38 Jahre alt, als er den Posten übernahm.
In einer schriftlichen Erklärung, die der DFB gemeinsam mit der Mitteilung veröffentlichte, führte der 38-Jährige aus: „Ich habe in den vergangenen Tagen seit dem Ausscheiden viel nachgedacht und mich mit Vertrauten in meinem persönlichen Umfeld und im Verband ausgetauscht. Die Entscheidung ist mir alles andere als leichtgefallen. Mein oberstes Ziel war immer der Erfolg der Mannschaft. Sie hat nach so einer herben Enttäuschung die Chance auf einen unbelasteten Neuanfang verdient." Zuletzt hatte Nagelsmann unmittelbar nach der Niederlage noch erklärt: „Ich bin keiner, der wegläuft."
Abschied nach vier Tagen
Hintergrund der Trennung war nach übereinstimmenden Medienberichten allerdings nicht allein der Wunsch des Trainers. Vielmehr soll ihm dieser Schritt von der DFB-Spitze während eines Krisentreffens am Donnerstag in Frankfurt am Main nahegelegt worden sein. Der DFB habe Nagelsmann zuvor offenbar nahegelegt, freiwillig zurückzutreten. Der Verband verabschiedete sich damit von einem Coach, den Sportdirektor Rudi Völler einst als seine „Wunschlösung" präsentiert hatte. Völler selbst wird nach DFB-Angaben seine Zukunft beim Verband erst in einer Video-Schalte von Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung klären.
