Die deutsche Brauwirtschaft gerät nach Einschätzung des Deutschen Brauer-Bundes tiefer in eine Krise, der Bierkonsum geht weiter zurück und die Zahl der Brauereien sinkt.

Bierabsatz sinkt seit Jahren

Seit Mai 2019, dem letzten Jahr ohne externe Einflüsse durch die Corona-Pandemie oder den Krieg gegen die Ukraine, hat die Branche 550 Millionen Liter Bier verloren, das sind rund 18 Prozent des früheren Gesamtmarktes. Der deutsche Biermarkt schrumpfte nach einem Minus von 6 Prozent im Jahr 2025 um gut 5 Prozent in den ersten fünf Monaten 2026.

Holger Eichele, Geschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, sprach von einer "echten Zäsur". "Von der Fußball-WM hatten wir nichts erwartet und wurden auch nicht enttäuscht", sagte er. Als Gründe für den Abwärtstrend nannte er das schlechte Konsumklima, anhaltende politische Unsicherheit, die Bevölkerungsentwicklung, Post-Pandemie-Effekte wie die Krise der Gastronomie, das veränderte Ausgehverhalten sowie die Digitalisierung des Alltags mit Lieferdiensten. Hinzu komme, dass junge Leute deutlich weniger Alkohol konsumierten als ältere Menschen.