Im ersten Halbjahr 2026 sind in Deutschland 63 Bäckereibetriebe insolvent gegangen – 40 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie die Auskunftei Creditreform mitteilt.
Die wirtschaftliche Lage vieler Bäckereien in Deutschland hat sich im ersten Halbjahr 2026 deutlich zugespitzt. Nach Angaben der Auskunftei Creditreform meldeten bundesweit 63 Betriebe Insolvenz an. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht das einem Anstieg um 40 Prozent. Erfasst sind Unternehmen aus dem Wirtschaftszweig "Herstellung von Backwaren", also Bäckereien und Konditoreien, die selbst backen und verkaufen. Reine Verkaufsfilialen ohne eigene Herstellung sind in der Statistik nicht enthalten.
Strukturwandel im Bäckereigewerbe
Als Ursache nennt der Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung, Patrik-Ludwig Hantzsch, vor allem veränderte Konsumgewohnheiten. "Viele Verbraucher, auch aus höheren sozialen Schichten, kaufen Backwaren heute an Backstationen im Supermarkt oder beim Discounter, häufig verbunden mit dem Wocheneinkauf", sagte Hantzsch. Den traditionellen Fachgeschäften gehe so wichtige Laufkundschaft verloren. Die Zahlen spiegelten einen tiefgreifenden Strukturwandel wider.
