Der Bundestag stimmt am Freitag ab 09:00 Uhr abschließend über die Reform der gesetzlichen Krankenversicherung ab und entscheidet am selben Sitzungstag vor der Sommerpause auch über die Abgeordnetendiäten.
Sparziel 18,8 Milliarden Euro
Die Bundesregierung plant wegen massiver finanzieller Probleme Einschnitte bei den Leistungen und zusätzliche Kosten für Versicherte. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) führt das Sparpaket mit dem Namen 'Beitragssatzstabilisierungsgesetz' an. Sie beschrieb die Reform als 'gemeinsame Kraftanstrengung' und räumte ein: 'Ja, es ist eine Zumutung'. Die Reform sei aber notwendig, denn mit der jetzigen Ausgabendynamik liefe es sonst über kurz oder lang auf einen 'Systemkollaps' hinaus.
Im ersten Quartal 2026 legten die Ausgaben der Krankenkassen mit plus acht Prozent noch rasanter zu als angenommen. Die Leistungsausgaben der Kassen stiegen im vergangenen Jahr bereits auf gut 336 Milliarden Euro. Warken setzte das Sparziel für 2027 vor diesem Hintergrund erst vor vier Wochen noch auf 18,8 Milliarden Euro herauf. Da der vom Kabinett auf den Weg gebrachte Entwurf nur 16,3 Milliarden Euro abdeckte, mussten also Lösungen für 2,5 Milliarden Euro her.
