Bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) ist eine anonyme Anzeige wegen Amtsmissbrauchs gegen Thomas Schmid eingegangen, die die Behörde nach eigenen Angaben zur weiteren Prüfung übernommen hat.
Die Anzeige wurde anonym erstattet und ist an die Staatsanwaltschaft Wien gerichtet. WKStA-Sprecher Martin Ortner bestätigte auf Anfrage des KURIER: „Die Voraussetzungen liegen vor, sagt WKStA-Sprecher Ortner, deshalb werde die Amtsmissbrauchs-Anzeige nun inhaltlich ‚zur weiteren Prüfung übernommen'.“ Inhaltlich greift die Anzeige den Vorwurf auf, Schmid habe gegenüber einem früheren Sektionschef seine Befugnisse missbraucht.
Hintergrund: Postenschacher-Prozess um August Wöginger
Ausgangspunkt des Verfahrenskomplexes ist der sogenannte Postenschacher-Prozess gegen den früheren ÖVP-Klubchef August Wöginger in Linz, der im Mai mit nicht rechtskräftigen Schuldsprüchen geendet hat. Im Zuge dieses Verfahrens hatte Schmid, der damals Finanz-Generalsekretär war, ausgesagt, er habe mit Freistadt „wenig bis gar nichts“ zu tun gehabt. Ein Ex-Sektionschef schilderte Schmids Rolle aber deutlich aktiver. Zudem entstand im Prozess der Verdacht, dass nicht erst wegen des Vorstandsjobs im Finanzamt Braunau und auf Geheiß Wögingers für einen ÖVP-Mann politisch interveniert worden sei, sondern schon vorher – in Freistadt.