Die österreichische Bundesregierung hat am Mittwoch im Ministerrat einen automatischen Krisenmechanismus zur Strompreisbremse sowie ein Industriestrompaket beschlossen.
So funktioniert der Krisenmechanismus
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) präsentierte die Maßnahmen gemeinsam mit den Staatssekretären Josef Schellhorn (Neos) und Michaela Schmidt (SPÖ). Der offiziell als Energiepreiskrisenmechanismus bezeichnete Eingriff soll Haushalte und Klein- und Mittelbetriebe vor explodierenden Stromkosten schützen.
Der Mechanismus wird ausgelöst, wenn der durchschnittliche Endkunden-Strompreis drei Monate in Folge über 16,5 Cent netto pro Kilowattstunde liegt und gleichzeitig die Großhandelspreise an der Strombörse in diesem Zeitraum 165 Euro pro Megawattstunde übersteigen.
In einem solchen Krisenszenario wird der Arbeitspreis für Strom für einen definierten Grundverbrauch auf 10 Cent netto pro Kilowattstunde gedeckelt. Der darüber hinausgehende Verbrauch wird weiterhin zum Marktpreis verrechnet, um Energiesparanreize zu erhalten.
Die genaue Höhe des Grundkontingents für Haushalte ist noch nicht endgültig festgelegt, liegt aber voraussichtlich bei einem Basisverbrauch von 2.900 Kilowattstunden pro Jahr. Auch die Höhe der Zuschüsse für kleinere Unternehmen muss noch verhandelt werden.
Die Entlastung soll direkt über die Stromrechnung abgewickelt werden. Energieversorger müssen im Krisenfall einen Tarif von 10 Cent netto anbieten, wobei der Staat die Differenz zum tatsächlichen Marktpreis erstattet.
