Zweieinhalb Wochen nach den schwersten Erdbeben in Venezuela seit über 120 Jahren kehrt in dem Land nur eine brüchige Form von Normalität zurück, während die Behörden mit dem Ausmaß der Katastrophe ringen und Zehntausende ohne dauerhaftes Dach leben.

Zerstörung in La Guaira und Umgebung

Nach offiziellen Angaben kamen bei den verheerenden Beben in Venezuela mehr als 4.300 Menschen ums Leben. Die Regierung von Delcy Rodríguez nennt die Zahl 4118 Tote, doch Beobachter gehen davon aus, dass die tatsächlichen Opferzahlen deutlich höher liegen. Die zwei schweren Beben der Stärke 7.2 und 7.4 haben einen Grossteil der Küstenstadt La Guaira zerstört.

Die Uno geht darüber hinaus von bis zu 50.000 Vermissten aus. Genaue Angaben zu Vermissten machen die Behörden keine. Die Uno hat 10'000 Leichensäcke gekauft, und laut Angaben der Pan-Amerikanischen Gesundheitsorganisation sind inzwischen mindestens 300 Todesopfer namenlos in Massengräbern bestattet worden.