Zwei französische Kleinkinder im Alter von drei und fünf Jahren wurden weinend an einer abgelegenen Straße in Portugal gefunden, nachdem sie vermutlich von ihren Eltern ausgesetzt wurden.

Die beiden Jungen wurden nahe des Dorfes Monte Novo do Sul, etwa 60 Kilometer südöstlich von Lissabon, entdeckt. Ein portugiesisches Paar fand die Kinder am Straßenrand, als sie weinend um Hilfe riefen.

Laut den Angaben der Kinder wurden sie von ihrer Mutter und ihrem Stiefvater im Wald zurückgelassen. Die Eltern hatten ihnen angeblich gesagt, sie sollten nach einem Spielzeug suchen, während sie selbst mit dem Auto wegfuhren.

In den Rucksäcken der Jungen befanden sich eine komplette Wechselkleidung, Kekse, Obst und eine Flasche Wasser. Allerdings hatten sie keine Ausweispapiere bei sich.

Die Kinder wurden zunächst von einem Mann gefunden, der sie zur Polizei brachte. Der ältere der beiden Jungen erzählte dem Mann, dass die Eltern sie unter dem Vorwand eines Spiels im Wald zurückgelassen hätten.

Die Kinderschutzbehörde CPCJ hat die Jungen in Obhut genommen. Sie befinden sich derzeit zur Beobachtung in einem Krankenhaus in Portugal.

Die Polizei sucht intensiv nach der Mutter der Kinder, einer 41-jährigen Französin. Ihr Weg von Frankreich über Spanien nach Portugal konnte teilweise nachverfolgt werden, doch seit dem 11. Mai gab es keinen Kontakt mehr zu ihr.

Intensive Suche nach der Mutter

Der Vater der Kinder, der von der Mutter getrennt lebt, hatte deren Verschwinden sowie das der Kinder bei der Polizei gemeldet. Bislang gibt es jedoch keine offizielle Vermisstenmeldung für die Jungen.

Die Staatsanwaltschaften in Colmar und Lissabon haben Ermittlungen wegen des Verdachts auf Verlassen von Minderjährigen eingeleitet. Die Behörden gehen davon aus, dass die Mutter und ihr neuer Partner die Kinder absichtlich ausgesetzt haben.

Die genauen Umstände des Vorfalls sind noch unklar. Die Polizei bittet die Öffentlichkeit um Hinweise, die zur Aufklärung des Falls beitragen könnten.

Ermittlungen in zwei Ländern

Experten betonen, wie traumatisch ein solches Erlebnis für die Kinder sein kann. Psychologische Betreuung ist daher ein wichtiger Teil der aktuellen Maßnahmen.

Der Fall hat in Portugal und Frankreich für Bestürzung gesorgt. Die Behörden beider Länder arbeiten eng zusammen, um die Eltern der Kinder zu finden und den Vorfall aufzuklären.