Ein Forschungsteam um Harald Sitte von der Medizinischen Universität Wien hat in einer neuen Studie beschrieben, wie das Peptid AoIA aus dem Gift der Kegelschnecke Conus araneosus gezielt den Noradrenalin-Transporter hemmt und damit körpereigene schmerzhemmende Mechanismen unterstützt.
Bereits heute wird ein aus einem Kegelschnecken-Peptid entwickeltes Medikament zur Behandlung chronischer Schmerzen eingesetzt. berichtet nun ein Forschungsteam um Harald Sitte vom Zentrum für Physiologie und Pharmakologie der Medizinischen Universität Wien, wie das bereits zuvor isolierte Peptid "AoIA" aus dem Gift der Kegelschnecke "Conus araneosus" im Detail wirkt. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Nature Structural and Molecular Biology veröffentlicht.
Wirkmechanismus ohne Opioidrezeptoren
Die Besonderheit des Wirkstoffs liegt in seinem Mechanismus: dass "AoIA" nicht an Opioidrezeptoren und anderen bekannten Zielstrukturen der Schmerzverarbeitung wirkt. Stattdessen "AoIA" beeinflusst dabei ganz selektiv nur den Noradrenalin-Transporter, nicht aber die eng verwandten Transportproteine für Serotonin oder Dopamin. Die Verbindung hemmt gezielt den Noradrenalin-Transporter und kann dadurch körpereigene schmerzhemmende Mechanismen unterstützen.
