Berlin, 17 Juli 2026

Die Präzisionsmedizin will Diagnostik und Therapie an das biologische Profil jedes einzelnen Patienten anpassen, doch zwischen visionären Datenmengen und belastbaren Behandlungsfortschritten klafft vielerorts noch eine Lücke.

Was Präzisionsmedizin bedeutet

Seit der Entschlüsselung des menschlichen Genoms zu Beginn des Jahrtausends hat die Medizin eine Fülle neuer Datenquellen erschlossen, von Gen- über Protein- bis hin zu Stoffwechselanalysen. Aus dieser Flut speist sich der Anspruch der Präzisionsmedizin, auch personalisierte oder individualisierte Medizin genannt, Krankheiten nicht mehr nach groben Kategorien, sondern nach den molekularen Eigenheiten jedes Patienten zu behandeln. Die Grenzen zu verwandten Begriffen wie Molekularmedizin oder zielgerichteter Therapie sind dabei fließend.

Dass die Begeisterung für individualisierte Ansätze kein neues Phänomen ist, betont die Forschungslage. Schon in den 1990er-Jahren verfolgten einzelne Forschende entsprechende Ideen, bevor die technischen Möglichkeiten reiften. Im Jahr 2015 startete der damalige US-Präsident Barack Obama eine Precision Medicine Initiative, die das Feld mit erheblichen Fördermitteln weiter beschleunigte.