Eine 15-Jährige mit bosnischen Wurzeln und ihre Mutter sind am Mittwoch am Wiener Landesgericht vom Vorwurf der Verleumdung freigesprochen worden; das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Im Zentrum des Verfahrens stand die Frage, ob die beiden Angeklagten wissentlich einen gleichaltrigen Mitschüler beschuldigt hatten, das Mädchen vergewaltigt und geschwängert zu haben. Laut Anklage soll es Ende 2025 zu sexuellen Kontakten zwischen den beiden Jugendlichen gekommen sein. Ein Schwangerschaftstest fiel jedoch negativ aus.

Vorwurf und Beweislage

Die Staatsanwaltschaft gab am Mittwoch keine Erklärung ab. Das Gericht konnte nach Überzeugung der Richterin eine absichtliche Falschbezichtigung nicht feststellen und sprach sowohl die 15-Jährige als auch deren 40-jährige Mutter vom Verleumdungsvorwurf frei. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

In einer im Prozess vorgespielten Sprachnachricht vom 4. Dezember 2025, die über den Schulaccount des Mädchens bei Microsoft Teams verschickt worden sein soll, wurde die 15-Jährige unter anderem aufgefordert: „Erzähl jedem in der Schule, dass ich nicht der Vater bin“ sowie „Wir machen das am Freitag“. Eine weitere Passage ermahnte zu einer Abtreibung. Der gleichaltrige Bursch sagte aus, die Nachricht stamme nicht von ihm, konnte aber nicht erklären, wessen Stimme stattdessen zu hören war.