Eine bevorstehende Kehrtwende im US-Senat ebnet offenbar den Weg für den stellvertretenden Justizminister Todd Blanche, das Justizministerium zu übernehmen.

Die Personaldebatte um die Nachfolge an der Spitze des US-Justizministeriums hat eine neue Wendung genommen. Nach wochenlangem Streit zeichnet sich im Senat eine Mehrheit ab, die den bisherigen Stellvertreter Todd Blanche unterstützen würde. Sollte sich die Stimmung verfestigen, könnte Blanche das Ressort dauerhaft führen – eine Entwicklung, die in Washington seit Tagen erwartet wird.

Hintergrund: Der Entschädigungsfonds

Im Zentrum des politischen Konflikts steht ein Entschädigungsfonds, dessen Volumen auf rund 1,8 Milliarden Dollar geschätzt wird. Blanche hatte den Fonds mitkonzipiert; er soll unter anderem Personen entschädigen, die nach Einschätzung des Umfelds von Donald Trump zu Unrecht strafrechtlich verfolgt worden sein sollen. Kritiker werfen der Initiative vor, sie begünstige insbesondere Teilnehmer der Kapitol-Ereignisse vom 6. Januar 2021 und stelle eine Politisierung der Justiz dar.