Der Kadaver des Buckelwals, der in Deutschland als „Timmy“ oder „Hope“ bekannt war, wird auf der dänischen Urlaubsinsel Anholt an den Strand gezogen und dort obduziert.

Die dänische Umweltschutzbehörde Miljøstyrelsen gab am Donnerstag bekannt, dass die Umstände rund um den gestrandeten Wal eine Bergung direkt auf der Insel erforderlich machen. Ursprünglich war geplant, den Kadaver über die Ostsee ins rund 50 Kilometer entfernte Grenaa zu transportieren und dort zu untersuchen.

Jane Hansen von der dänischen Umweltschutzbehörde erklärte, dass die Wetterbedingungen der vergangenen Tage einen Transport unmöglich gemacht hätten. „Die Umstände rund um den gestrandeten Buckelwal bei Anholt haben sich derart verändert“, so Hansen.

Der Walkadaver liegt bereits seit etwa zwei Wochen vor der Küste der Insel im Kattegat. Der Körper bläht sich durch Verwesungsgase zunehmend auf und könnte platzen. Die Behörde rief Anwohner und Badende dazu auf, sich von dem toten Tier fernzuhalten.

„Es ist wichtig, dass das respektiert wird, denn es besteht weiter Ansteckungsgefahr“, teilte die Miljøstyrelsen mit. Der Bereich um das Tier werde abgesperrt. Jane Hansen betonte, dass der Wal eine erhebliche Störung am Strand darstelle und daher entfernt werden müsse.

Zwei-Phasen-Plan für Bergung und Untersuchung

Die Arbeiten sind in zwei Phasen geplant: Am kommenden Wochenende soll der Kadaver an Land gezogen werden. Gegen Ende der darauffolgenden Woche sind die Obduktion, wissenschaftliche Untersuchungen und die Entsorgung vorgesehen.

Der Buckelwal war in Deutschland unter den Namen „Timmy“ oder „Hope“ bekannt geworden. Das Tier strandete mehrfach an der Ostseeküste vor Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Nach wochenlangen erfolglosen Rettungsversuchen transportierte eine private Initiative den Wal Richtung Nordsee und setzte ihn im Skagerrak aus.

Kurz nach der Freilassung starb der Wal. Die Todesursache ist weiterhin unklar. Die dänischen Behörden identifizierten den vor Anholt entdeckten toten Wal später als „Timmy“.

Die Geschichte von „Timmy“ – ein Wal zwischen Hoffnung und Scheitern

Karin Walter-Mommert, die als Investorin aus dem Pferdesport die private Rettungsinitiative finanzierte, äußerte sich am Dienstag gegenüber der Video-Nachrichtenagentur News5. Sie sagte, das Team habe wochenlang daran gearbeitet, das Tier zur richtigen Zeit am richtigen Ort in seinen Lebensraum zurückzubringen.

Walter-Mommert zog ein kritisches Fazit: „Mein Fazit ist: Wir haben 99 Wände eingerissen für diesen Wal, um an der letzten Wand einen Widerstand zu finden, mit dem wir nicht gerechnet haben.“ Sie betonte, die Initiative habe stets behördliche Auflagen erfüllt und Rettungskonzepte kontinuierlich angepasst.

Zum Ablauf der Freilassung am Morgen des 2. Mai nahe Skagen sagte Walter-Mommert, das Rettungsteam sei „völlig ratlos“ gewesen, weil Ärzte der Initiative nicht an Bord des Lastkahns durften. Das Rettungsteam sei weder an der Freilassung beteiligt noch darüber informiert gewesen.

Ungereimtheiten bei der Freilassung

Walter-Mommert erklärte: „Herr Gunz und ich als Kunde haben bestellt, dass ein Wal an einem bestimmten Ort abgeliefert wird – durch unser Rettungsteam.“ Ursprünglich war eine Freilassung vor der norwegischen Stadt Stavanger geplant. Die Reederei, die den Transport durchführte, wird inzwischen von einer Anwaltskanzlei vertreten, die viele der erhobenen Vorwürfe zurückweist.

Walter-Mommert kündigte an, die Umstände des Todes aufklären zu wollen: „Wir werden das herausbekommen – und wenn es das Letzte ist, was ich in diesem Leben tue.“ Sie erwähnte zudem unveröffentlichte kurze Videoaufnahmen der Initiative, die eine Person zeigen sollen, die sich dem Wal kurz vor der Freilassung nähert.