Die Regierung von Venezuela hat die offizielle Zahl der Todesopfer nach den schweren Erdbeben vom 24. Juni auf 4.743 korrigiert, wie Parlamentspräsident Jorge Rodríguez am Dienstag im Onlinedienst Telegram mitteilte.

Was ist neu seit dem 16. Juli

Die beiden Beben der Stärke 7,2 und 7,5 hatten Venezuela am 24. Juni im Abstand von nur 39 Sekunden erschüttert. Besonders schwer getroffen wurde der Bundesstaat La Guaira, wo nach Regierungsangaben Hunderte Gebäude einstürzten oder schwer beschädigt wurden.

Insgesamt 16.740 Menschen wurden nach offiziellen Angaben verletzt. Die meisten von ihnen konnten inzwischen aus den Krankenhäusern entlassen werden, wie aus den von Rodríguez veröffentlichten Daten hervorgeht.

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen könnte die Zahl der Vermissten bei bis zu 50.000 liegen. Die venezolanische Regierung selbst spricht von Zehntausenden Vermissten und korrigierte die Opferzahl am Dienstag deutlich nach oben.

Parlamentspräsident Jorge Rodríguez erklärte auf Telegram, die Behörden hätten inzwischen 4.743 Tote gezählt. Diese Zahl markiert eine deutliche Korrektur gegenüber früheren Angaben und verdeutlicht das Ausmaß der Katastrophe drei Wochen nach den Beben.

Lage in den betroffenen Regionen

Nach Regierungsangaben leben derzeit mehr als 21.000 Menschen in behelfsmäßigen Lagern. Internationale Hilfsorganisationen befürchten jedoch, dass die tatsächliche Zahl der Betroffenen, die auf Notunterkünfte angewiesen sind, deutlich höher liegt.

Die Vereinten Nationen koordinieren gemeinsam mit lokalen Behörden die Verteilung von Hilfsgütern in den betroffenen Regionen. Besonders in La Guaira und angrenzenden Küstengebieten gestaltet sich die Versorgung schwierig, da zahlreiche Straßen und Brücken beschädigt sind.

Internationale Reaktionen

Die Opposition kritisiert unterdessen das Krisenmanagement der Regierung und wirft ihr vor, die tatsächlichen Opferzahlen zunächst zu niedrig angegeben zu haben. Die Regierung weist diese Vorwürfe zurück und verweist auf laufende Überprüfungen.

Internationale Hilfe aus Nachbarländern wie Kolumbien und Brasilien ist inzwischen eingetroffen. Auch Hilfslieferungen aus Europa und den USA sollen in den kommenden Tagen die Katastrophenregion erreichen.

Die wirtschaftliche Lage Venezuelas, die bereits vor der Naturkatastrophe angespannt war, verschärft die Schwierigkeiten bei der Bewältigung der Krise. Viele Familien haben durch die Beben nicht nur Angehörige, sondern auch ihre Unterkünfte und Lebensgrundlagen verloren.