Der Mitgründer der österreichischen Partei Neos, Veit Dengler, ist am Freitagabend aus der Parlamentsfraktion und der Partei ausgeschlossen worden und hat in einem Interview schwere Vorwürfe gegen Klubobfrau Beate Meinl-Reisinger erhoben.
Der 57-jährige Grazer, der erst 2024 erstmals in den Nationalrat eingezogen war, sitzt seit der Vorwoche als freier Mandatar im Parlament. Am Freitagabend verschickte der Neos-Klub eine kurze Aussendung, wonach Dengler mehrfach gegen die Klubstatuten verstoßen habe. Auslöser war demnach eine interne Sitzung, zu der der Klub geladen hatte, weil Dengler im Nationalrat eigenmächtig gegen Teile des Doppelbudgets hatte stimmen lassen und Mitglieder zum gleichen Vorgehen aufgerufen hatte. Während dieser Sitzung habe Dengler das Gespräch mit seinem Mobiltelefon aufgezeichnet, was den Ausschluss besiegelte.
Hintergrund: Vom Mitgründer zum freien Mandatar
In dem Interview, aus dem mehrere österreichische Medien zitieren, zieht Dengler einen weiten Bogen von persönlichen Erinnerungen an die Parteigründung bis zu grundsätzlicher Kritik an der Parteiförderung. Er und Meinl-Reisinger waren 2012 Mitgründer der Neos, gemeinsam mit dem damaligen Frontmann Matthias Strolz. Dengler schildert, dass er der Klubobfrau eine Doppelspitze vorgeschlagen habe – ein Vorschlag, der in eine Phase fiel, in der die Neos ihre Sitze in der Salzburger Landesregierung und im Landtag verloren hatten.
