Die NEOS haben ihren Mitgründer Veit Dengler nach einer abendlichen Klubsitzung in Wien sowohl aus der Partei als auch aus dem Parlamentsklub ausgeschlossen, was eine Debatte über Fraktionsdisziplin, innerparteiliche Kritik und den Führungsstil von Parteichefin Beate Meinl-Reisinger ausgelöst hat.

Hintergrund: Budgetabstimmung und Klubsitzung

Die NEOS, kleinste Partei der amtierenden Bundesregierung aus ÖVP und SPÖ, hat ihren Mitgründer Veit Dengler mit sofortiger Wirkung aus der Partei und aus dem Parlamentsklub ausgeschlossen. Ausgangspunkt war eine Budgetabstimmung am Freitag, bei der Dengler gegen Teile des Bundesbudgets stimmte, ohne dies zuvor mit den übrigen NEOS-Abgeordneten abzustimmen. Die formelle Verwarnung durch die Klubführung folgte unmittelbar; der Ausschluss aus Klub und Partei wurde laut Parteikreisen am Freitagabend relativ zügig beschlossen.

Der endgültige Bruch kam, als ein NEOS-Kollege während der vertraulichen Klubsitzung bemerkte, dass Dengler die Sitzung mit seinem Mobiltelefon aufzeichnete. Parteichefin Beate Meinl-Reisinger sprach danach von einem "Vertrauensbruch" Denglers. Die NEOS bewerten die öffentliche Wahrnehmung des Vorfalls als "katastrophale Außenwirkung". Dengler selbst weist die Vorwürfe rund um die geheim angefertigten Aufnahmen zurück.

Innenpolitisch wiegt der Schritt schwer, weil Dengler nicht nur einfacher Mandatar, sondern Mitgründer der NEOS war. Nach seinem Ausschluss wird er im Nationalrat als fraktionsloser Abgeordneter geführt. Zugleich meldete sich Wolfgang Routil zu Wort, der 2024 zur Partei gestoßen war und nun seinen Austritt aus den NEOS erklärte. Routil bezeichnete den Ausschluss Denglers als letzten Auslöser für seinen eigenen Schritt und sagte, die Partei habe mit Dengler einen ihrer "klügsten Köpfe" verloren.

Wolfgang Routil verlässt die Partei