US-Börsen stabilisieren sich vor Micron-Zahlen – Chipwerte führen Erholung an
New York, 24. Juni 2026
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Kurzfassung
Die US-Börsen haben sich am Mittwoch von ihren Vortagesverlusten teilweise erholt. Der Nasdaq legte um bis zu 0,6 Prozent zu, der Dow Jones stieg auf 52.132 Punkte. Anleger richteten den Blick auf die nach Börsenschluss erwarteten Quartalszahlen des Chipherstellers Micron.
Die US-Börsen haben sich am Mittwoch zur Wochenmitte von ihren Vortagesverlusten erholt, während Anleger die nach Börsenschluss erwarteten Quartalszahlen des Speicherchipherstellers Micron Technology und die Veröffentlichung der Ergebnisse der Bankenstresstests der US-Notenbank Fed im Auge behielten.
Am Mittwoch haben die US-Börsen einen Teil der Verluste des Vortages wettgemacht. Der Nasdaq-Index gewann im Verlauf bis zu 0,6 Prozent hinzu, nachdem er am Dienstag noch um bis zu 3,3 Prozent eingebrochen war. Der S&P 500 stieg zur Mittagszeit um 0,6 Prozent. Der Dow Jones Industrial Average rückte um 0,9 Prozent auf 52.132 Punkte vor. „Bei den wichtigsten US-Indizes ging es am Mittwoch nach dem europäischen Handelsende noch auf neue Tagestiefs“, hieß es im Handelsverlauf.
Anlass für die Erholung waren vor allem die wieder freundlichen Halbleitertitel, nachdem am Vortag noch Sorgen über hohe Bewertungen den Sektor belastet hatten. Intel legten um 1,8 Prozent zu, Nvidia stiegen um 0,4 Prozent. Die Aktie von Micron selbst gab allerdings am Tag um 0,7 Prozent nach, nachdem sie am Dienstag bereits rund 13 Prozent verloren hatte. Nach Börsenschluss wurde die Veröffentlichung der Quartalszahlen des Unternehmens erwartet. „Dort stehen heute zahlreiche Daten zur Veröffentlichung an“, berichteten Händler.
Halbleiterbranche zurück im Aufwind
Micron gilt als einer der weltweit größten Hersteller von Speicherchips und wird als wichtiger Indikator für die KI-bezogenen Ausgaben der Tech-Konzerne angesehen, weil seine Chips in Rechenzentren und Hochleistungsrechnern zum Einsatz kommen. Sollten die Zahlen die hohen Erwartungen erfüllen, könnte dies die jüngste Korrektur an den Technologiebörsen beenden. Die Veröffentlichung gilt als Stimmungsbarometer für den gesamten Halbleiterzyklus.
In Asien hatten Halbleiterwerte bereits deutlich zugelegt und die Leitindizes an den Börsen in Tokio und Seoul nahe an ihre jüngsten Rekordstände herangeführt. „Hier zogen Halbleiterwerte wieder stark an und trieben den japanischen Nikkei-225 sowie den südkoreanischen Kospi wieder auf ihre jüngsten Rekorde zu“, hieß es. Auch in Europa legten Chip-Aktien deutlich zu: ASML Holding gewannen 4,5 Prozent, Infineon stiegen um rund fünf Prozent. Im asiatischen Handel hatten bereits die Chipkonzerne Kioxia und SK Hynix Pläne für ein US-Listing angekündigt, die an den Märkten positiv aufgenommen wurden. SK Hynix plant den Handelsstart seiner Zweitnotiz an der Wall Street am 10. Juli und will damit mehr als 29 Milliarden US-Dollar für den Ausbau der Produktionskapazitäten einsammeln.
An den Devisen- und Anleihemärkten setzte der Dollar seinen Aufwärtstrend fort. Der Dollar-Index stieg um 0,2 Prozent, gestützt von der Aussicht auf weitere Zinserhöhungen der US-Notenbank im späteren Jahresverlauf. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fiel allerdings um 9 Basispunkte auf 4,40 Prozent. Bas Kooijman von DHF Capital S.A. erklärte, am Donnerstag stünden die PCE-Inflationsdaten im Fokus, den bevorzugten Inflationsindikator der Fed. „Die erwartete Straffung könnte die Dollar-Stärke weiter antreiben und die Anleiherenditen auf einem erhöhten Niveau belassen“, sagte der Experte.
Devisen, Anleihen und Rohstoffe unter Druck
An den Rohstoffmärkten gerieten die Edelmetalle unter Druck. Gold fielen um weitere 2,6 Prozent auf 4.003 US-Dollar je Feinunze und rutschten damit zeitweise unter die psychologisch wichtige Marke von 4.000 US-Dollar. Der starke Dollar und die Aussicht auf steigende Zinsen lasteten auf dem Metall. Silber verbilligte sich um 5,3 Prozent auf 58,72 US-Dollar je Unze, Platin gab um 4,1 Prozent auf 1.583,65 US-Dollar nach. Die Ölpreise setzten ihren Abwärtstrend fort. Ein Barrel der Nordseesorte Brent fiel um 4 Prozent auf 74,02 US-Dollar, nachdem US-Präsident Donald Trump in einem Social-Media-Beitrag erklärt hatte, der Iran habe den USA mitgeteilt, dass er keine Gebühren von Schiffen erhebe, die die Straße von Hormuz passierten. Damit habe der Ölpreis „seinen zwischenzeitlich immensen Anstieg seit März im Zuge des Nahost-Kriegs wieder komplett abgegeben“, hieß es.
Verstärkt wurde der Druck auf den Goldpreis zudem durch die Aussicht auf eine geldpolitische Straffung. Beobachter werteten dies als Signal, dass die geopolitischen Risiken am Persischen Golf kurzfristig nachließen. Am Anleihemarkt führte die Kombination aus robustem Dollartrend und geopolitischer Beruhigung zu deutlich steigenden Notierungen in den USA. Europas Leitbörsen hatten sich am Morgen bereits „überwiegend im Plus“ gezeigt, angetrieben von den Halbleiterwerten. Die Stimmung an den asiatischen Märkten blieb durchweg freundlich.
Unternehmensnachrichten bewegen Einzelwerte
Am US-Aktienmarkt standen am Mittwoch zudem mehrere Unternehmen mit relevanten Nachrichten im Fokus. Verizon Communications verloren 2,3 Prozent, um Platz für die Aufnahme von Alphabet in den Dow Jones Industrial Average ab Montag zu schaffen. Die Alphabet-Aktie selbst stieg um 1,1 Prozent. Die Google-Mutter wird von Montag an im Leitindex der Wall Street notiert. Die Papiere des KI-Chipherstellers Cerebras Systems fielen allerdings um 16,5 Prozent, obwohl das Unternehmen im dritten Quartal die Erwartungen übertroffen hatte. Es war der erste Quartalsbericht seit dem Börsengang im Mai.
Qualcomm büßten 3,7 Prozent ein, nachdem der Konzern einen Aktiendeal im Volumen von rund 3,9 Milliarden US-Dollar zur Übernahme des KI-Softwareunternehmens Modular angekündigt hatte. Modular bietet Software, mit der KI effizient auf unterschiedlichen Hardware-Architekturen betrieben werden kann, was Entwicklern den Einsatz von KI zu geringeren Gesamtkosten ermöglicht. FedEx verloren 1 Prozent, obwohl der Logistikkonzern im vierten Quartal dank höherer Frachtraten und Volumina einen Umsatzanstieg verzeichnet hatte; der Gewinn fiel allerdings leicht geringer aus, und die Margenentwicklung wurde als Belastung genannt. Analysten von Morgan Stanley erklärten, der Ausblick von FedEx sei aufgrund mehrerer struktureller Änderungen in der Finanzberichterstattung schwer einzuschätzen.
Konjunkturell sorgten die US-Neubauverkäufe für einen Dämpfer, die im Mai unerwartet gesunken waren. Zudem weitete sich das US-Leistungsbilanzdefizit im ersten Quartal 2026 aus. Diese Daten trübten die Stimmung an den Aktienmärkten, konnten den Erholungstrend aber nicht grundlegend stoppen. Nach Börsenschluss wurden zudem die Ergebnisse der Bankenstresstests der US-Notenbank Fed erwartet, denen eine Signalwirkung für die Stabilität des Finanzsystems zugemessen wird. Für zusätzlichen Gesprächsstoff sorgte die britische Billigfluglinie Easyjet, die ein viertes unverbindliches Angebot des US-Investors Castlelake über 6,50 britische Pfund je Aktie zurückwies. Die Easyjet-Aktie stieg dennoch um fünf Prozent auf 566,87 Pence. Castlelake habe jedoch die Hoffnung geäußert, das Angebot erhöhen zu können, wenn der Investor begrenzten Zugang zu Finanzinformationen erhalte. Zuletzt hatten die Amerikaner 6,25 Pfund je Aktie geboten.
Konjunkturdaten und Easyjet-Übernahme im Blick
Abseits der Börsen sorgte der Modekonzern H&M für Schlagzeilen. „Der Modekonzern H&M hat auch im zweiten Geschäftsquartal das schwache Konsumklima zu spüren bekommen“, teilte das Unternehmen mit. In den drei Monaten bis Ende Mai sank der Umsatz um 3 Prozent auf 54,8 Milliarden schwedische Kronen (rund 4,95 Milliarden Euro). „Die Gewinnentwicklung der Schweden enttäuschte ebenfalls“, hieß es. „Belastet wurde das Geschäft erneut auch von negativen Währungseffekten.“ Die H&M-Aktie reagierte zuletzt mit einem Minus von rund 2,5 Prozent auf die Zahlenvorlage. Analysten hatten hingegen mit einem geringeren Rückgang der Erlöse gerechnet.
In Deutschland bleibt die Kauflaune unterdessen auf niedrigem Niveau. „Die Kauflaune in Deutschland bleibt in Zeiten internationaler Krisen und schwacher Konjunktur auf niedrigem Niveau“, stellten die Konsumforschungsinstitute GfK und NIM fest. Laut einer Studie der Institute stieg der Indikator für das Konsumklima insgesamt im Juli auf minus 29,2 Punkte, von zuvor revidiert minus 29,7 Punkten. „Analysten hatten mit einer stärkeren Erholung der Konsumlaune gerechnet und waren im Schnitt von einem Wert von minus 28,0 Punkten ausgegangen“, hieß es. Die Einkommenserwartungen, die bereits im vergangenen Monat angestiegen waren, legten erneut leicht zu. „Für den Juli prognostizieren die Konsumforschungsinstitute GfK und NIM nur eine geringfügige Aufwärtsbewegung“, bilanzierten die Forscher.
Fragen & Antworten
Warum schauen Anleger am Mittwoch besonders auf Micron Technology?
Micron gehört zu den weltweit größten Herstellern von Speicherchips und gilt als Indikator für die KI-bezogenen Investitionen der Tech-Konzerne. Die Quartalszahlen wurden am Mittwoch nach Börsenschluss erwartet.
Wie hat sich der Nasdaq am 24. Juni 2026 entwickelt?
Der Nasdaq-Index legte im Verlauf des Mittwochhandels um bis zu 0,6 Prozent zu, nachdem er am Vortag noch um bis zu 3,3 Prozent eingebrochen war. Der S&P 500 stieg um 0,6 Prozent, der Dow Jones um 0,9 Prozent auf 52.132 Punkte.
Was ist im Übernahmepoker um Easyjet passiert?
Easyjet wies ein viertes unverbindliches Angebot des US-Investors Castlelake über 6,50 britische Pfund je Aktie zurück. Castlelake hatte zuvor 6,25 Pfund geboten und signalisierte, das Angebot bei begrenztem Zugang zu Finanzdaten erhöhen zu wollen.
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