Die ungarische Regierung unter Peter Magyar hat in ihrem am Dienstag vorgestellten Regierungsprogramm Russland erstmals als Bedrohung für Ungarn und Europa bezeichnet und die russische militärische Aggression gegen die Ukraine ausdrücklich verurteilt.

In dem am Dienstag in Budapest veröffentlichten Programm formuliert die Regierung erstmals eine sicherheitspolitische Einordnung Moskaus, die deutlich über bisherige Verlautbarungen Budapests hinausgeht. Russland werde ausdrücklich als Bedrohung benannt, heißt es aus dem Umfeld der Regierung.

Wörtlich heißt es in dem Dokument: „Ungarn verurteilt die russische militärische Aggression und unterstützt in vollem Umfang die Souveränität der Ukraine und ihre territoriale Integrität in den international anerkannten Grenzen." Das Land erkenne zudem das Recht seines östlichen Nachbarlandes auf Selbstverteidigung an.

Bruch mit der Linie der Vorgängerregierung

Die neue Tonlage markiert einen Bruch mit der Linie der vorherigen Regierung unter Viktor Orban, der Moskau wiederholt als Partner dargestellt und sich gegen Waffenlieferungen an Kiew ausgesprochen hatte. Die Magyar-Regierung war im Mai angetreten, nachdem sie die vorangegangene Parlamentswahl für sich entschieden hatte.