Angesichts einer ausgeprägten Dürre in Mitteleuropa sorgt die Topografie österreichischer Donaukraftwerke dafür, dass die Stromerzeugung weniger einbricht als zunächst befürchtet.
Die Trockenheit der vergangenen Monate hat die Wasserstände entlang der Donau deutlich sinken lassen. In Österreich, wo ein Großteil des Stroms aus Wasserkraft stammt, rückte die Frage in den Mittelpunkt, ob die Versorgung im Spätsommer gesichert bleiben kann. Messstationen zwischen Wien und Passau registrieren seit Wochen unterdurchschnittliche Abflüsse, was die Sorgen vor Versorgungsengpässen zunächst verstärkte.
Warum weniger Wasser mehr Leistung bedeuten kann
Doch ein physikalischer Effekt der österreichischen Geografie federt die Folgen ab: Liegt der Wasserspiegel unterhalb eines Kraftwerks niedriger als gewöhnlich, vergrößert sich der Höhenunterschied zwischen Ober- und Unterwasser an der Kraftwerkskante. Diese zusätzliche Fallhöhe erhöht die Energieausbeute pro Kubikmeter Wasser. Mit anderen Worten: Weniger Wasser, aber mehr Druck – die Bilanz pro Liter gleicht sich teilweise aus.
