Moskau/Kiew, 16 Juli 2026

Bei einer Reihe gegenseitiger Drohnenangriffe zwischen Russland und Ukraine ist nach Angaben der russischen Atombehörde Rosatom der Chefingenieur des besetzten Atomkraftwerks Saporischschja, Alexander Jakowlew, getötet worden, während in der Region Zaporizhzhia bei russischen Angriffen mindestens fünf Zivilisten ums Leben kamen.

Die russische Atomaufsicht Rosatom erklärte am Mittwoch über den Kurznachrichtendienst Telegram, Alexander Jakowlew sei bei einem Drohnenangriff der ukrainischen Streitkräfte getötet worden. Dabei seien Jakowlew und sein Fahrer ums Leben gekommen. Rosatom-Chef Alexej Lichatschow beschrieb den Vorfall als zielgerichteten Angriff auf einen Dienstwagen des Kraftwerks an der Grenze zwischen dem Werksgelände und der Stadt Enerhodar.

Das AKW Saporischschja, das größte Kernkraftwerk Europas mit sechs Reaktoren und einer Nennleistung von 6.000 Megawatt, befindet sich seit März 2022 unter Kontrolle russischer Truppen. Alle Reaktoren wurden aus Sicherheitsgründen abgeschaltet. Nach dem Angriff kam es nach Angaben der russischen Besatzungsverwaltung zu einem vollständigen Stromausfall in Enerhodar; soziale Einrichtungen mussten mit Dieselgeneratoren versorgt werden.

Hintergrund: Das größte Kernkraftwerk Europas

Das russische Außenministerium in Moskau reagierte umgehend auf den Vorfall. Sprecherin Maria Sacharowa schrieb bei Telegram und nannte dabei namentlich den Chef der IAEA, Rafael Grossi: „Wir fordern von den zuständigen internationalen Gremien, allen voran der IAEA, eine klare und unmissverständliche Erklärung, in der dieser Mord verurteilt wird.“ Lichatschow verlangte von der Internationalen Atomaufsicht eine „klare Reaktion“ und sprach von einem Terroranschlag.