St. Margarethen, 16 Juli 2026
Im burgenländischen Steinbruch von St. Margarethen ist die Saisonoper „Tosca“ von Giacomo Puccini angelaufen, inszeniert von Thaddeus Strassberger mit Joyce El-Khoury in der Titelpartie.
Bereits der Auftakt fällt anders aus als gewohnt. Statt des hochdramatischen Orchestervorspiels erklingen Orgelklänge, ebenfalls von Puccini. „Damit währenddessen gleich einmal Heerscharen von religiösen Würdenträgern in Position gebracht werden können“, heißt es in der Kritik. Schon zu Beginn zeigt sich, wohin die Inszenierung steuert: weg von der kammerspielartigen Verdichtung, hin zu opulenter Massenszene.
Vom Kammerspiel zur Massenszene
Die Geschichte spielt im Jahr 1800, am Ende des Kriegs der kurzlebigen römischen Republik gegen einen Verbund europäischer Adelshäuser. Im Zentrum stehen Scarpia, Tosca und ihr Liebhaber Cavaradossi – eine Dreiecksgeschichte mit viel zwischenmenschlicher Komplexität, wie die Kritik anmerkt. Für dieses Figurenkonstellation bräuchte es eigentlich „in den entscheidenden Szenen eine Verdichtung, eine Reduzierung, einen Spot auf die Protagonisten“. Genau diese Konzentration aber bleibt aus.
